| Das Wohl und Wehe des SKICLUBS war in Blasiwald immer eine
Angelegenheit des ganzen Dorfes. Vereins- und Dorfgeschichte hängen eng miteinander
zusammen. Das erkennt man schon daran, dass die Vereinsmeisterschaften traditionell
"Ortsmeisterschaften genannt werden. Ja, man kann sagen, dass die sportlichen
Erfolge, die der SCB immer wieder aufzuweisen hatte, einen nicht geringen Teil des
Selbstbewusstseins der Blasiwälder ausmachen und dass sie den Namen Blasiwald weithin
bekanntgemacht haben. Skisport
in Blasiwald vor der Gründung des Skiclubs
Die gegen Ende des des vorigen Jahrhunderts aus Norwegen nach
Mitteleuropa überschwappende Skibewegung hatte im Jahre 1891 in Todtnau zur Gründung des
ersten deutschen Skiclubs geführt. Auch in Blasiwald hatte sich um die Jahrhundertwende
das "Schneeschuhlaufen" eingebürgert, wie Rudolf Morath in seinem Blasiwälder
Heimatbuch belegt. Die ersten Skiern wurden oft in Eigenproduktion angefertigt, der
Küfner Modispacher war einer der ersten, der sie im Handwerksbetrieb herstellte. Man
dachte zunächst allerdings weniger an den Sport als vielmehr an den praktischen Nutzen,
denn es war damals durchaus üblich, den lebensnotwendigen Weg nach St. Blasien oder
Schluchsee zu Fuß, d.h. im Winter mit Schneereifen ausgerüstet, zurückzulegen. Dabei
müssen einige junge Blasiwälder entdeckt haben, dass die Fortbewegung mit Skiern nicht
nur die Wegzeiten verkürzt, sondern auch gewaltigen Spaß macht.
| Dieser Spaß war es wohl, der
den legendären Hauptlehrer Hügel dazu veranlasste, im Jahre 1909 das erste Blasiwälder
Kinderskifest zu organisieren. Die "Frau Lehrer" ließ es sich nicht nehmen,
für diesen Anlaß eine Fahne zu schneidern, die bis heute noch wohlerhalten und damit das
älteste Zeugnis für den wettkampfmäßigen Skisport in Blasiwald geblieben ist. |
|
Vereinsgründung 1936
Die eigentliche Idee, einen "Skiclub Blasiwald" ins
Leben zu rufen, soll unter mehreren Blasiwäldern aufgekommen sein, die im Auftrag der
Straßenverwaltung damit beschäftigt waren, die Straße vom Lochbach zur Ortsmitte
freizuschaufeln. Die Hauptinitiatoren waren dabei Anton Schnee und Hans
Mahler. Ihr Plan wurde laut Protokollbuch von Ernst Beck, Paul
Schlageter, Alexander Mahler, Emil Schlageter, Ernst
Kaiser und Erwin Schwörer unterstützt. Auch die Gemeinde
unterstützte das Vorhaben, indem sie einen Wanderpokal stiftete, der ungewöhnliche lange
in Umlauf bleiben sollte, und auf dem sich später noch große Namen eintrugen.Der erste
Gewinner dieses Pokals, der damals noch in der Nordischen Kombination vergeben wurde, war Joseph
Maler. Diese Werbeveranstaltung, im Ortsteil Loch ausgetragen, zu deren Gelingen
auch die Skivereine von St. Blasien und Schluchsee beitrugen, war ein derartiger Erfolg,
dass schon vierzehn Tage später, am 26.02.1936, die Vereinsgründung im "Gasthaus
Eisenbreche" vonstatten gehen konnte.
Erster
Vereinsvorstand Anton Schnee, 1936 - 1944 |
Die Ziele des neues Vereines waren es, "die
sportliche Betätigung zu fördern und für guten Nachwuchs zu sorgen." "Der
Skiclub wird daher jedes Jahr ein Kinderskifest und einen Wettkampf im Lang-, Abfahrts-
und Sprunglauf durchführen. Das kameradschaftliche Verhältnis soll unter den Mitgliedern
stets das beste sein...". Zum ersten Vorsitzenden, nach dem Sprachgebrauch
des Dritten Reiches "Vereinsführer" genannt, wurde Anton Schnee
gewählt, sein Stellvertreter war Förster Kaiser. Am 18.03.1936 wurde
die Vereinsgründung durch Inkraftreten einer Vereinssatzung ausdrücklich bestätigt. |
- 21.02.1937
Einweihung der "Habsbergschanze"
mit dem ersten Wanderpreisspringen des SCB auf dem Grundstück von Wilhelm bzw. Emil
Modispacher, denen für die unentgeltliche Überlassung eine beitragsfreie Mitgliedschaft
zugesichert wurde. Das Vorhaben wird in über 80 freiwilligen Tagewerken mit über hundert
Felssprengungen verwirklicht.
- Neben den Wanderpreisspringen
weitere Austragungen zahlreicher Lang- und Abfahrtsläufe und natürlich Kinderskifeste.
- Auswärtserfolge der ersten
Aktiven Frieda Modispacher (Frau Wegner), Karl Schlageter und Gerold
Schnee bei bedeutenden Wettkämpfen bis hin zur Schwarzwaldmeisterschaft.
- Zweiter Weltkrieg: Das Vereinsprotokollbuch
endet mit dem Bericht über ein Kinderskifest am 19.02.1940.
- 23.03.1947
Neugründung (von der franz. Besatzungsmacht
war 1945 jegliche Vereinstätigkeit aufgehoben worden) im "Gasthaus
Eisenbreche". 26 Blasiwälder, darunter Hans Mahler, tragen sich in die
Mitgliedsliste ein. erster Nachkriegsvorstand ist Alois Steininger. Ab 1949
übernimmt Heinrich Roiger dieses Amt, das ab 1950 für zwölf Jahre an Gerold Schnee
übergeht. Vorrangiges Ziel: die Renovierung der Habsbergschanze und dafür die leere
Vereinskasse zu füllen!
- Sommer 1947
Sommernachtsfest des SCB, bei dem auch Franzosen,
italienische Waldarbeiter und deutsche Kriegsgefangene als Gäste anwesend sind. "An
Eintrittsgeldern gehen 460,00 Mark ein. Außerdem werden zehn neue Mitglieder
gewonnen." Besonderen Anklang finden die Weihnachtsfeiern, die ab
1947 bis weit in die siebziger Jahre jährlich am Stefanstag zusammen mit dem Musikverein
veranstaltet werden.
- 1950
Wanderpreisspringen auf der instandgesetzten
Sprungschanze um den Pokal der Gemeinde Blasiwald. Der Verein wird mit dieser
Veranstaltung in Kürze im ganzen Schwarzwald bekannt. Auch der junge Georg Thoma
verdient sich hier seine ersten Sporen und kann sich als Sieger 1953 + 1955 auf dem Pokal
eingravieren lassen, ebenso wie 1957 der in den fünfziger Jahren im Schwarzwald bekannte Odvar
Snarvold. Nach 1958 wird diese Veranstaltungskette für 10 Jahre unterbrochen, die
schwere Schneelast ließ das hölzerne Anlaufgerüst zusammenbrechen.
- Fortführung der Tradition der
Kinderskifeste. 1959 gedenkt man der Anfänge und feiert das fünfzigjährige
Bestehen dieser Kinderskifestradition. Mit dabei auch einige
Skiveretranen von 1909, die noch fest auf den Brettern stehen!
- Ausrichtung der sog. Ortsmeisterschaften
für "der Schule entwachsene Jugendliche". Der Sieger der Nordischen Kombination
erhält den begehrten und beachteten Ortswanderpreis.
|
Die
Skiveteranen von 1909 von links: Stefan Schlageter, Berta Moser, Maria Schlageter, Ernst
Kaiser, Linus Fischer, August Morath, Paul Schlageter und Friedrich Schwarz (etwas
verdeckt) |
- Achtbare Erfolge im näheren und
weiteren Schwarzwald. Seit 1950 durch Hanne Beck, Maria und Brunhilde
Schlageter und im männlichen Lager Fritz Mayer, Ernst und Hermann
Schlageter, Erich und Oskar Modispacher, Paul und
Horst Steininger und Karlheinz Finkbeiner.
- 1953
Übertragung der Ausrichtung der nordischen Bezirksmeisterschaften und
1958 Übertragung der Schwarzwaldjugendmeisterschaften mit 180
Teilnehmern. Bestätigung vom Skiverband Schwarzwald, dass der SCB in der Lage sei, solche
"Großveranstaltungen" durchzuführen!
- Anfang der Sechziger Jahre
beginnt die Nachwuchsförderung
- mit ersten großen Erfolgen einzelner Aktiver - zu greifen. Neben dem Verein hat in
Blasiwald immer auch die Volksschule Anteil an der sportlichen Ausbildung, deren Lehrer
Fitterer und Katzenmayer eng mit der Arbeit des Skiclubs verbunden sind und in den großen
Pausen eifrig mit ihren Schülern trainieren. 1960 belegen Peter Wegner
und Klaus Ganter beim Kreisjugendskitag auf dem Feldberg die ersten
beiden Plätze im Spezialsprunglauf.
- 1961
Mit Klaus Ganter stellt der
SCB den ersten Teilnehmer an Deutschen Jugendmeisterschaften. Ihm folgen
die Geschwister Peter und Jutta Höhnow, die dann zwischen 1962 und 1966 des öfteren an
Deutschen Jugend- und Seniorenmeisterschaften teilnehmen. Jutta bringt als Mitglied der
Schwarzwaldstaffel einen ersten Deutschen Meistertitel mit nach Hause.
- 1965
Peter Wegner kann sich in die
Liste der Teilnehmer an Deutschen Jugendmeisterschaften einschreiben. Die
größte Sportkarriere aber bleibt Klaus Ganter vorbehalten, der aber in der
Saison 63/64 zum SC Menzenschwand wechselt. Trotzdem zählt er weiter zur Blasiwälder
Skifamilie und wird als Langläufer festes Mitglied der deutschen
Nationalmannschaft und neben vielen anderen Erfolgen 1968 Olympiateilnehmer
in Grenoble. 1969 stirbt Klaus Ganter durch ein Unglück beim
Fallschirmspringen.
Neuer Aufschwung - neue Aufgaben
- Ab 1962 übernimmt der langjährige
Schriftführer Erich Boll mit zweijähriger Unterbrechung das Amt des
Vereinsvorstandes. Horst Steininger übt den Posten bis 1972 aus. Diese Dekade
wird die Zeit des großen Aufschwungs genannt, der den SCB in ganz
Deutschland und darüber hinaus bekannt macht. Der Grund: Der Geburtsjahrgang 1950 - der
"Heilige Jahrgang", der eine ganze Reihe begeisterter und
talentierter Jungen hervorbrachte: Rudi Boll, Peter Finkbeiner, Walter Morath, Robert
Rosenfelder und Wolfgang Schnee (alphabetische
Reihenfolge).
Der
"Heilige Jahrgang" beim Kinderskifest
- Noch nie hatte es in Blasiwald einen so
starken Nachwuchs gegeben. Beim Kreisjugendskitag gewinnen sie 1965 gleich zwei
Mannschaftspokale im Lang- und Sprunglauf. In der Folgezeit erfüllen diese
"Fünfziger", zu denen sich bald auch noch die etwas jüngeren Klaus Boll,
Karlheinz Mayer, Heiner Schneider und Hanspeter Schweidler stoßen, die in
sie gesetzten Erwartungen. Diese junge Garde beherrscht in den folgenden Jahren in ihren
jeweiligen Jugendklassen die Wettbewerbe im Springen und besonders in der nordischen
Kombination im gesamten Schwarzwald.
|
Die
Aktiven der 60er Jahre auf einen Blick:
von links: Peter Finkbeiner, Rudi Boll, Robert Rosenfelder, Wolfgang
Schnee, Jutta Höhnow, Walter Morath, Hans-Peter Schweidler, Peter Wagner, Karl-Heinz
Mayer, Klaus Boll, Margarete Kaiser, Heiner Schneider, Peter Höhnow |
- 1966 werden Walter Morath, Robert
Rosenfelder und Wolfgang Schnee für die Deutschen Jugendmeisterschaften
nominiert, und prompt kann sich Robert als Deutscher Jugendmeister in der
nordischen Kombination auszeichnen. Beim Wanderpreisspringen desselben Jahres ist es kein
Einzelfall, dass unter den ersten Zehn sieben Blasiwälder placieren.
- In den folgenden Jahren können neben den
obengenannten auch die Aktiven Rudi und Klaus Boll und Heiner
Schneider bei den Deutschen Jugendmeisterschaften starten und
ansprechende Placierungen erreichen.
- Der Sprungschanzenneu- bzw. umbau
wird immer dringlicher, denn die Jugend braucht ansprechende Trainingsmöglichekiten. Im
Sommer 1967 wird damit begonnen. In ca. 2000 freiwilligen Arbeitsstunden zeigen die
Vereinsmitglieder ihre Einsatzbereitschaft, und im Winter 1968 kann, nach zehnjähriger
Zwangspause, bereits das Eröffnungsspringen mit über 100 Springern
über den neuen Bakken gehen. Der Pokal wird auf Anhieb von einem
Blasiwälder, von Robert Rosenfelder, gewonnen! Auch der neu gestiftete
Mannschaftspokal, die erste Mannschaft wird durch Rudi Boll und Walter Morath
vervollständigt, in Blasiwald.
- 1969
Robert Rosenfelder wird in den
DSV-Kader aufgenommen und startet bei internationalen Wettkämpfen. Rudi
und Klaus Boll und Walter Morath zeichnen sich bei manchen verbands- und
DSV-offenen Wettkämpfen aus. Walter Morath gewinnt 1970 den Titel eines Deutschen
Juniorenmeisters in der nordischen Kombination, Klaus Boll 1971 den Deutschen
Jugendmeistertitel im Spezialsprunglauf.
- Robert Rosenfelder und Klaus
Boll werden Mitglieder der Nationalmannschaft. Robert gewinnt Titel
in der nordischen Kombination bei Schwarzwald- und baden-württembergischen
sowie einen Vizetitel bei Deutschen Meisterschaften. Er vertritt in
vielen internationalen Berufungen den DSV, wobei die Ski-Weltmeisterschaft von 1974 in
Falun/Schweden und die Holmenkollenspiele wohl die Höhepunkte waren. Klaus Boll
qualifiziert sich in der Saison 71/71 und '1974 für die vielleicht schwerste
Sprunglaufkonkurrenz überhaupt, die Vierschanzentournee. Er wird neben
vielen weiteren Auslandseinsätzen zweimal zu einer Springertournee nach Japan
entsandt. Weiterhin verbucht er 1973 den Titel eines Deutschen Hochschulmeisters
auf seinem Konto.
Die Entwicklung in den Siebzigerjahren - und dann kamen die Mädchen!
- Der SCB entwickelt sich in den Siebzigerjahren
von der Springer- und Kombiniertenhochburg zu einem Zentrum des Mädchenlanglaufs.
Aus dem großen Reservoir an "langlaufenden Mädchen" ging das Spitzentrio Ulrike
Hertling, Rita Kaiser und Monika Schätzle hervor. Diese drei sowie auch die
jüngeren Susanne Hertling, Heidi und Angelika Schätzle sind des
öfteren auf den vorderen Rängen bei Schwarzwald-Schüler- und Deutschen
Schüler-Meisterschaften zu finden. Auch Regina Schneider und Angelika
Schlageter können sich für diese Wettkämpfe qualifizieren.
|
von
links: Ulrike Hertling, Monika Schätzle, Rita Kaiser |
- Von den drei Spitzenläuferinnen kann Rita
schon 1972 den Titel der Deutschen Schülermeisterin erlaufen. In den
folgenden Jahren kommen noch viele Titel bei Schwarzwald-, Ba/Wü- und Deutschen
Jugendmeisterschaften hinzu. Als Mitglied der Schwarzwaldstaffel
erkämpft sie 1978 den Deutschen Jugendmeistertitel. Als
Ba/Wü-Juniorenmeisterin (1979) und Schwarzwaldmeisterin
in der Allgemeinen Klasse (1980) rundet sie ihre Karriere ab und gehört zeitweise auch
dem DSV-Kader an.
Ulrike Hertling gibt 1972 als Schwarzwald-Schülermeisterin
ihren Einstand, Monika Schätzles größter Erfolg wird der Titel der Ba/Wü-Jugendmeisterin
(1974). Alle drei zusammen bilden über lange Zeit eine der stärksten Mädchenstaffeln
des Schwarzwaldes. Besonders deutlich wird die herausragende Bedeutung des SCB in der
Mädchenstaffel bei den Schwarzwaldmeisterschaften 1975. Das Mädchentrio erläuft den Schwarzwaldjugendmeistertitel,
die jüngeren Heidi und Angelika Schätzle und Susanne Hertling
bringen den Schwarzwald-Schülermeistertitel nach Hause.
In dem Jahrzehnt des Mädchenlanglaufs hat der Verein in Martin Zumkeller
auch einen starken Läufer, der 1978 den Titel des Schwarzwaldjugendmeisters erobert.
- Der SCB profiliert sich als Ausrichter
von Großveranstaltungen. 1969 wird ihm die Ausrichtung der ersten nordischen
Schwarzwaldschülermeisterschaften übertragen. 1972 können trotz Schneemangel, Regens
und hoher Wärmegrade durch großen Arbeitseinsatz die Sprunglaufwettbewerbe der Jugend I
der Deutschen Jugendskimeisterschaften auf der Habsbergschanze durchgeführt werden. 1973
folgen die Ba/Wü-Jugendmeisterschaften, 1974 die Schwarzwaldschülermeisterschaften. Die
Reihe wird 1976 mit der Schwarzwaldjugend- und den Schwarzwaldschülermeisterschaften
sowie einer Deutschen Talentauswahl-Veranstaltung fortgesetzt.
|
Zeitnehmer
von links: Peter Paul Zwicker, Peter Finkbeiner, Gerhard Hertling, Manfred Morath |
- 1978 wird unter der Leitung von Vorstand
Hertling die Habsbergschanze noch einmal umgebaut, d.h. vergößert
und durch eine Schülerschanze ergänzt. Wieder war die Einsatzbereitschaft des
ganzen Vereins gefordert, denn der Restbetrag von DM 45.250,00 muss weitgehend durch
Eigenleistung aufgebracht werden.
Erneute
Arbeiten an der Habsbergschanze 1978
- Im darauffolgenden Winter wird die Deutsche
Schülermeisterschaft auf der neuen Anlage und auf der inzwischen im
Ortsteil Althütte eingerichteten Wettkampfloipe ausgetragen.
- Während die Mitgliederzahl
des SCB 1970 noch unter 100 lag, hat sie sich bis zu Beginn der Achtziger in etwa vervierfacht.
Besonders der Anteil der auswärtigen Mitglieder ist stark angewachsen.
|
Die
Habsbergschanze bei der Deutschen Schülermeisterschaft 1979 |
- Ab 1979 war Heinz Enderle Vorstand
des SCB, 1981 übernahm Andreas Mahler dieses Amt. Forstsetzung der Großveranstaltungen
1983 mit den Sprunglaufwettbewerben der Jugend I anlässlich der Deutschen
Jugendmeisterschaften und 1984 mit den Schwarzwaldschülermeisterschaften.
- Uli Boll, der jüngere Bruder von Klaus
Boll, landet als 15jähriger einen Überraschungscoup und wird 1977 zusammen mit
seinem Freund Georg Waldvogel vom Feldberg Deutscher Jugendmeister der
Jugendklasse I. In den beiden Brüdern Wolfgang und Jürgen Dilger aus
Schluchsee hat er zwei talentierte Wegbegleiter aus dem eigenen Verein. 1978 ist er
bereits Mitglied im DSV-C-Kader, 1979 absolviert er seine ersten Weltcup-Springen.
- Uli Boll wird 1980 Ba/Wü- und
Deutscher Jugendmeister und nimmt in der Saison 1980 / 81 an den Junioren-Weltmeisterschaften
in Schweden und in der Saioson 1980/81 an der Vierschanzentournee
teil. Sein elfter Platz in Garmisch und sein vierundzwanzigster in der Gesamtwertung sind
eine Sensation!
|
Uli Boll |
- Im selben Jahr startet Uli u.a.auch in Sapporo
und am Holmenkollen erfolgreich, im folgenden Winter nimmt er nach einem
unglücklichen Beinbruch beim Fußball wieder an verschiedenen Weltcup-Springen
teil. Er krönt seine bisherige Laufbahn 1985 in Braunlage mit dem DeutschenMeistertitel
im Spezialsprunglauf. Der letzte Höhepunkt der Saison ist die Teilnahme
an der Skiflug-Weltmeisterschaft in Planica / Jugoslawien mit dem
dreiunddreißigsten Platz in der Gesamtwertung. Außerdem gelingt ihm, was sogar Georg
Thoma versagt blieb, er gewinnt 1984 zum drittenmal das Wanderpreisspringen
auf der Habsbergschanze und kann den seit 1936 umkämpften Wanderpokal für immer mit nach
Hause nehmen.
- Auch Wolfgang und Jürgen Dilger
warten in den Achtzigerjahren mit schönen Erfolgen auf. Die Brüder werden Mitglieder
des DSV-Förder-Kader. Jürgen kann schon 1981 einen Deutschen
Schülermeistertitel in der Nordischen Kombination
erkämpfen. Wolfgang wird 1985 überraschend Ba/Wü-Meister im Spezialsprunglauf.
Wolfgang
Dilger |
Jürgen
Dilger |
- Der jüngste Nachwuchs macht mit Jörg
Wegner als aussichtsreiches Talent im Sprunglauf auf sich
aufmerksam. Er und andere Jüngstspringer werden in Training und Wettkampf von Rudi
Boll und Werner Birkle betreut. In der Nordischen Kombination erweist sich
Christian Schwarz in den Schülerklassen als einer der Besten des Bezirks
Hochschwarzwald.
- Ab 1982 bekommt die Langlaufdisziplin, seit
1981 mit Nachwuchssorgen, dadurch einen unerwarteten Auftrieb, dass die ehemalige
Jugendläuferin Monika Schätzle (verh.Diebel) in die Wettkampfloipe
zurückfindet und noch im gleichen Winter bis zur Deutschen Seniorenmeisterschaft
vorstößt.
- 1985
Um die Habsbergschanze im besten Licht erscheinen zu lassen, beginnt eine längst
fällige Baumaßnahme. Mit Zuschüssen der Gemeinde Schluchsee und des Badischen
Sportbundes und mit einem hohen Anteil an Eigenleistung kann ein neuer Kampfrichterturm
gebaut werden.
|
Der
Kampfrichterturm, erbaut 1985 |
Der Skiclub Blasiwald hat sich in den vergangenen
Jahren in vieler Hinsicht stark verändert bzw. entwickelt. In seinen Anfangsjahren hatte
er vor allem die Aufgabe, etwas Leben in den langen Winter eines abgelegenen
Schwarzwalddorfes zu bringen. Man veranstaltete 1936/37 u.a. Rodelrennen, Fuchsjagden,
Schauspringen udn Skibälle. In den Nachkriegsjahren war die Rolle, der einem Skiclub
vorbehalten war, ganz ähnlich. Seine baldige Neugründung nach Kriegsende war sicherlich
auch ein Ausdruck des Willens, wieder von vorn anzufangen, wieder aufzubauen. Mit dem
Aufschwung der Fünfzigerjahre entwickelte sich auch unser Verein. Dass die Vorstandschaft
1959 entschloss, weiterhin dem wettkampfsportverpflichteten Bezirk IV (Hochschwarzwald)
anzugehören, anstatt in den neugegründeten Bezirk V (Oberrhein), der eher eine
Randbedeutung hatte, überzuwechseln, spricht sicherlich für gewachsenes Selbstvertrauen.
Überhaupt verlagerten sich die Aufgaben immer stärker zum Wettkampfsport hin.
Zusammen mit vergleichbaren Skiclubs, etwa dem SC Bubenbach oder dem
SC Rohrhardsberg, gehörte der SC Blasiwald von nun an zu den wenigen
kleinen, aber äußerst aktiven Skivereinen, ohne die der nordische Skisport im
Schwarzwald um vieles ärmer wäre. Die 1967 vollzogene Eintragung ins Vereinsregister
machte aus unserem Skiclub einen "e.V.", klärte und verbesserte damit auch
seine rechtliche Stellung. Neben der ständigen Nachwuchsförderung, die, wie wir sehen
konnten, ihre einschlägigen Erfolge zeigte, stellte sich unser kleiner Skiclub als
Großveranstalter von Schüler- und Jugendwettkämpfen in die Reihe der rührigsten
Vereine des DSV. Die sportlichen Schwerpunkte waren seit der Gründungszeit der
Spezialsprunglauf und die Nordische Kombination. Daneben tauchten immer wieder
erfolgreiche Langläufer und besonders Langläuferinnen auf.
Die
Vorstandschaft im Jubiläumsjahr 1985 (von links):
Hermann Schätzle, Thomas Winterhalder, Erwin Kaiser, Bernhard Schwarz, Gerold
Schnee, Josef Morath, Andreas Mahler (1. Vorsitzender), Thomas Kaiser, Karl-Heinz Mayer,
Werner Weber. Hintere Reihe: Emil Hofert, Rudi Boll, Silvia Kandler, Werner Birkle,
Heinz Enderle. |